Orangenhaut? Fragen bei Spot-Repair..

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Orangenhaut? Fragen bei Spot-Repair..

Beitragvon crick » 04.04.2009, 16:37

Guten Tag,

dies ist mein erster Post, daher stelle ich mich mal kurz vor. Mein Name ist Sebastian, ich bin 24 Jahre jung und habe vor 3 Jahren bei der Firma Dellen-Mueller eine Ausbildung zum Hagelschadentechniker gemacht. Seither bin ich selbststaendig.
Nun moechte ich meinen Kunden auch Spot-Repair (auch mobil) anbieten. Dazu habe ich vor paar Wochen eine Ausbildung in einem Betrieb gemacht, der sich darauf spezialisiert hat. Die Ausbildung war sehr gut, aber es wurde leider nur mit Dosen der 2K-Klarlack aufgetragen.
Nun habe ich heute erstmals mit meinem Werkzeug einen Spot gemacht - natuerlich nicht bei einem Kunden, sondern meiner Freundin Ihrem Polo.
Das Ergebniss war leider nicht sehr schoen, aber dazu spaeter mehr, denn ich erklaere mal meinen Ablauf:

- Gewaschen
- Stossstange komplett aufpoliert
- Mit einem Exenterschleifer (Koernung 400) die Schadstelle (tiefe Kratzer) herausgeschliffen. Hierbei wurde das Plastik leider teilweise "grob"
- Mit 800er Schleifpapier nass nachgeschliffen
- Wenig Spachtel bei kleiner Stelle aufgetragen
- Mit 800er Nass-Schleifpapier und Klotz nachgeschliffen
- Mit 2000er Papier nass die Schadstelle und grossraeumig darum alles angeschliffen
- Schwarze Grundierung via Dose in drei Schichten aufgespritzt
- Wasserlack (PPG) aufgespritzt (mit Foen jede Schicht getrocknet)
- 2K (Sikkens) Klarlack (30g Klarlack + 15g Haerter) ausgespritzt (bis zur naechsten Schicht immer mit Foen bearbeitet - aber nicht zu lange!) (keine weitere Verduennung dazugemischt)
- Beispritzlack aufgetragen
- Beispritzverduennung aufgetragen

Ich habe nach fast jedem Arbeitsschritt Silikonentferner aufgetragen und sauber geputzt.

Nun habe ich, wenn ich es richtig sehe, eine Orangenhaut. Nach laengerem Nass-Schleifen mit 800er und 2000er und aufpolieren, kam dennoch ein schlechtes Ergebniss dabei heraus. Ich vermute einmal, dass ich 1. zuviel Klarlack aufgetragen habe und 2. mit ein bischen zuviel Temperatur.

Ich verwende fuer Wasser- und Klarlack jeweils eine Sata Minijet 3000 HLVP mit 2Bar Eingangsdruck und ca. 1,7 Bar arbeitsdruck bei durchgedruecktem Trigger. Allerdings habe ich am Manometer der Pistole selbst nochmal den Druck etwas herabgesetzt. Duesen bei beiden Pistolen 0,8-SR.

Meine eigentlichen Fragen:
- Wie koennte die Orangenhaut (?) entstanden sein / was machte ich falsch?
- Wie lackiere ich richtig mit einer Pistole Klarlack auf? (Schichten, Wartezeit, ..)
- Womit kriege ich die Klarlack-Pistole wieder sauber? Universal-Verduennung aus dem Baumarkt schaffte es nicht richtig - selbst der Pinsel ist verklebt.

Bilder der Reperatur:
Gesamteindruck ganz ok: http://www.crick-net.de/offcode/ohaut.jpg
Hier aus der naehe - schrecklich: http://www.crick-net.de/offcode/ohaut0.jpg
Und nochmal: http://www.crick-net.de/offcode/ohaut1.jpg

Ich hoffe, Ihr koennt mir weiterhelfen.

MfG Sebastian
crick
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Re: Orangenhaut? Fragen bei Spot-Repair..

Beitragvon Lackbeule » 04.04.2009, 21:30

Hallo Sebastian
Ich gehe mal davon aus das du Kocher hast.
1.Du musst gleich denn ersten Gang auf Glanz spritzen, und ihn nicht zu lange anziehen lassen.
2.Den zweiten Gang auch auf Glanz nur etwas großer.
3.Bein letzten Gang Klarlack die Ränder ausnebeln und fertig ist das Kunstwerk. :lol:
Bisschen polieren und das war`s.
P.s Kann sein das du ein paar Läufer spritzt aber mach dir nichts daraus das kommt nur weil dir die Übung fehlt.
Viel Spaß :wink:
Lackbeule
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Re: Orangenhaut? Fragen bei Spot-Repair..

Beitragvon crick » 04.04.2009, 22:43

Hallo,

danke für die schnelle Antwort, aber Kocher kann ich mir kaum vorstellen, da ich meinen Strahler vergessen hatte und nur ein bischen mit dem Heissluftfön herumgefuchtelt habe.

Ich habe heute mit jemanden gesprochen und der meinte das Problem wäre, weil ich keine Verdünnung in den Klarlack gegeben habe. Wie geschrieben, hatte ich 30ml Klarlack und 15ml Härter (beides Marke Sikkens [Superior]) gemischt und so in die Pistole. Kann es dadurch zu solchen Problemen kommen?

Es kam auch nicht genug aus der 0,8er Düse heraus.. somit habe ich sehr viele Schichten aufgetragen. Vllt. schon zuviel?!

Ich bin von der Ausbildung leider nur die Dose gewohnt.. nur da ich Mobil bin, sind die Dosen für mich relativ unlukrativ, da nach dem Aktivieren (2K) die Dose in ~24 Std. hart ist. Dadurch könnte ich die Dose wohl oft nicht ganz aufbrauchen und ein Teil der ~16 EUR würden im Müll landen.

Desweiteren hatte ich ja das Problem mit der Reinigung der Klarlackpistole. Ich habe jetzt mühsam den ganzen Belag aus der Pistole geholt und frage mich, ob die Universalverdünnung zu schwach war oder ob es daran lag, dass ich keine Verdünnung in den Klarlack gegeben habe.

Fragen über Fragen.. und alles um den lieben Klarlack :cry:
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Re: Orangenhaut? Fragen bei Spot-Repair..

Beitragvon madapollon » 06.04.2009, 20:15

hallo crick

so wie es aussieht hat lackbeule recht - das sind eindeutig kocher.
die kommen aber nicht davon das du keine verdünnung im klarlack hast, sonder weil der basislack nicht hundertprozentig trocken war - das heißt im basislack war noch verdünnung in diesem fall also noch wasser.
ich gehe davon aus das du schon wasserbasislack verwendet hast.
ist der basislack nicht hundertprozentig trocken, dann muss die restlich vorhandene verdünnung ja noch irgendwohin, da es nur eine richtung gibt, geht es also richtung klarlack.
dieser ist aber durch seine schneller trocknung in der oberfläche schon in sich geschlossen - na ja du siehst ja was die restverdünnung vom basislack mit dem klarlack macht.
kannst mir ruhig glauben - bin im wasserlackgeschäft schon über 10jahre tätig - und spotte mittelerweile auch noch über 5jahre, in der zeit passiert dir schon einiges - also das nichts neues mehr für mich.
wenn du klarlack ohne verdünnung lackierst wird dieser in der regel nicht so glatt, weil er in sich nicht so ausspannen kann - also je nach hersteller so ca. 10 - 20% verdünnung rein - und mit ein bißchen übung bleibt das ganze auch läuferfrei :D

ansonsten noch frohes schaffen und eine läuferfrei zeit

ach ja - probiers mal mit nitroverdünnung zur reinigung der pistole - kannst das teil ja mal über nacht einweichen - aber achtung kunststoff ist da ein bischen sensibel wenns zu lange in der verdünnung liegt - also am besten nicht so lange einweichen
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Re: Orangenhaut? Fragen bei Spot-Repair..

Beitragvon crick » 07.04.2009, 00:15

Ok, nur ich verstehe dann nicht, wie das passieren konnte. Ich habe nach jeder Schicht Wasserlack mit dem Heissluftfoen alles getrocknet - das geht ja beim Wasserlack bei der Farbe so schoen vom lila ins schwarz ueber.
Nun denn, ich werde beim naechsten mal besser darauf aufpassen und Verduennung in den Klarlack geben. Ich hoffe, dass ich dadurch solche Ergebnisse in Zukunft vermeiden kann.

Eine Frage noch: Schmirgelt Ihr den Basislack vor dem Klarlack nochmal oder sprueht Ihr direkt drueber? Ich schmirgel eigentlich nur ggf. paar Spritzer weg - mehr nicht.

Ansonsten vielen Dank euch beiden!
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Re: Orangenhaut? Fragen bei Spot-Repair..

Beitragvon madapollon » 07.04.2009, 07:19

hallo crick

hab mir über deinen fall noch mal gedanken gemacht.
hast du den klarlack mit strahler getrocknet oder reine lufttrockner, d.h. nur über nacht stehen lassen bis der trocknungsprozess sich selbst erledigt hat?
dann könnten das auch nadelstichkrater / nadellöcher sein

schau dir das mal bei autocolor über die lackfehler an / ist da ganz toll beschrieben auch mit bildern und möglichen fehlern bei den einzelnen beschichtungsprozessen

:arrow: google mal autocolor - dann germany - produkte - lackfehler - fehler suchen in der auswahl

bis denn :wink:
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Re: Orangenhaut? Fragen bei Spot-Repair..

Beitragvon crick » 07.04.2009, 17:02

Hallo madapollon,

ich habe erst paar Schichten Wasser-Basislack aufgetragen wobei ich nach jeder Schicht mit einem Heißluftfön das Wasser entzogen habe. Dann habe ich angefangen den Klarlack aufzutragen - da dieser sehr dickflüssig war, in sehr vielen Schichten. Zwischen diesen Schichten habe ich den Klarlack immer mit dem Heißluftfön anziehen lassen. Da ich den Strahler leider zu Hause vergessen hatte musste ich dann mit dem Auto heim fahren, wo ich den 1.500 Watt Strahler erst ~15 min. aus 2m und dann aus ~1,20m arbeiten ließ.
Doch die häßliche Oberfläche war schon vor der Fahrt so - also direkt nach dem Klarlack. Ich habe diesen dann nach dem trocknen mit 2000er und sogar 800er nass abgeschliffen und aufpoliert - erst da entstanden diese Punkte, welche auf den Fotos zu sehen sind.
Vorher war die Oberfläche eher griselig und uneben.. die Struktur wie bei unlackierten Stossstangen-Leisten.
Hier ein Beispielbild, was ich mit den Leisten meine:
http://www.polo9n.info/gallery/1184_9_Polo_Seite.jpg (an den Türen und Stossstangen [schwarz & unlackiert])
Die Struktur war diesen Leisten sehr ähnlich. Wie gesagt.. nach dem schleifen und polieren hatte ich dann diese Punkte, wie sie auf den Fotos zu sehen sind.

Ich werde mir die Sachen von AutoColor anschauen - bisher habe ich ein PDF von Standox, wo auch die verschiedenen Oberflächen mit Ursachen und Lösungen beschrieben sind.
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Re: Orangenhaut? Fragen bei Spot-Repair..

Beitragvon madapollon » 07.04.2009, 19:15

hallo crick

lt. deiner schilderung kann ich mir nur noch vorstellen, dass der klarlack zu dick war.
du sagst ja selber, dass du keine verdünnung dazugemischt hast.
ist mir auch schon passiert - war ein expressklarlack - zieht brutal schnell an und ist mit strahler in 15min.komplett trocken,
nachteil ist alllerdings, der klarlack muss 100%ig eingestellt sein - also mit verdünnug,
wenn man den dann nicht schon im ersten durchgang voll auf verlauf lackiert, entstehen im klarlack selber diese krater.
die werden dann bei der nacharbeit noch deutlicher sichtbar.
ich habe den klarlack von sikkens selber noch nicht lackiert, aber in der regel verhält sich das zeug ziemlich gleich.
hier noch ein tip am rande - wenn du voc-konformen klarlack verwendest - ist ja eingentlich nur noch dieser erlaubt,
die erste schicht nicht auf verlauf lackieren - eher ein bischen grob, ca. bis zu 5min ablüften lassen, siehst ja wenn er schön klebt - und dann volle kanne auf verlauf lackieren (mit verdünnung :D )
allerdings reagiert jeder klarlack ein bischen anders - also musst du wohl oder übel noch ein paar versuche mit deiner pampe machen, um für dich den besten weg zu finden

bis denn
mfg
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Re: Orangenhaut? Fragen bei Spot-Repair..

Beitragvon crick » 07.04.2009, 19:34

Ja, ich bin mal auf den naechsten Versuch gespannt. Ich werde aber dann mit PPG Klarlack arbeiten. Davon habe ich ja auch den Basislack.. und dann werde ich den Verduenner hineinmischen und hoffen, dass mir sowas nicht nochmal passert.

Ich werde jedenfalls hier berichten, sobald es etwas neues gibt. Vielen Dank soweit :D
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Re: Orangenhaut? Fragen bei Spot-Repair..

Beitragvon mhob » 27.07.2009, 21:48

Hallo-ich weiss,dass ist ein alter Schuh-aber ich bin ein wenig verwirrt--einer schreibt, dass er vermutet,dass zu viel Verdünnung im BAsislack drin war und sagt im nexten Satz, dass er von Wasserbasislack ausgeht?????Häää???

Ich gehe davon us, dass es Löcher im Füller sind. Das heisst eintweder zuviel zuschnell mit dem Füller /von dem Füller genommer--Füller nicht richtig durchtrocknen lassen und dann neue Schicht aufgetragen-oder eben überbeschichtet. Ich glaube ich habe auch was von 3 gängen Füller(/grundierung gelesen. Wie gesagt-ich tippe drauf,dass die löcher im Füller sind-das hat man bei Kunststoff eben,wenn mn zuviel nimmt oder der noch nass ist usw.

Gruß MHOB
Viele Grüße aus Oberhausen wünscht der MHOB
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