Qualität bei Schmelzklebern

Alles rund um lackierfreies Ausbeulen / Hagelschaden Instandsetzung

Qualität bei Schmelzklebern

Beitragvon sucraM » 30.12.2011, 12:24

Hallo Zusammen,

in diesem Thread möchte ich gerne eure Erfahrungen zum Thema Schmelzkleber sammeln. Und hierbei geht es mir ganz speziell um den schwarzen Kleber eines weltweit bekannten "Schrauben- und Werkzeuglieferanten" :wink:

Bisher war ich immer zufrieden was Zugkraft und Handling angeht. Wohlgemerkt im Sommer als auch im Winter. Doch nun funktioniert dieser Kleber einfach nicht mehr wie er soll. Er wird zu schnell hart und brüchig (siehe Fotos). Die Reste lassen sich nur mit Mühe wieder entfernen, sowohl auf der Karosserie wie auch auf den Klebepins.

Sicher hat das ein Stück weit mit der Umgebungstemperatur zu tun, die in meiner Werkstatt im Winter bei ca. 18°-20°C liegt. Aber auch schon im Sommer war ein deutlicher Qualitätsverlust festzustellen. Auf meine Reklamation beim Lieferanten bestätigte mir ein Mitarbeiter der Qualitätssicherung, dass es sich bei bestimmten Chargen um minderwertiges Material handelt bei dem die Härte ausserhalb des Toleranzbereichs liegt. Diese Charge soll aus dem Sortiment genommen worden sein, und so erhielt ich eine Ersatzlieferung mit "neuem" Kleber. Doch auch bei diesem war keine Verbesserung erkennbar. Eine Überprüfung ergab, dass es sich bei der neuen Lieferung definitiv um den "einwandfreien" Kleber handeln soll. Der Besuch eines Aussendienstmitarbeiters brachte auch keine neue Erkenntnis.

Deshalb meine Frage: Wer von euch arbeitet mit diesem Kleber und wer hat ähnliche Probleme?
.
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Viele Grüße,
Marcus

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Re: Qualität bei Schmelzklebern

Beitragvon Dellenmann » 07.01.2012, 22:21

Hallo Marcus,

so wie das auf den Bildern die du gepostet hast aussieht, würde ich auch sagen, dass es an den niedrigen Temperaturen liegt.
Aber da du ja sagst, dass du im Sommer bei höheren Temperaturen die gleichen Probleme mit dem Kleber hattest, bin ich leider ratlos. :(

Hast du schon mal deine Klebepistole überprüft, vielleicht liefert die ja nicht mehr die volle Leistung.
Kann aber auch sein, dass W**** den Kleber jetzt bei einem günstigeren Lieferanten einkauft und darunter die Qualität leidet.


Gruss
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Re: Qualität bei Schmelzklebern

Beitragvon tupenmann » 08.01.2012, 09:21

Wenn der Schmelzkleber älter ist als 7 bis 8 Monate zieht er Feuchte.Einfach 20 Minute im kleinen Brotbackofen bei 55 Grad legen,abkühlen lassen und deine Stangen wirken wie neu.Danach am besten abpacken in Wickelfolie.
Gruss René Troost,Deutschlands Dienstältesten Mobilen Dellen-Drücker-
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Re: Qualität bei Schmelzklebern

Beitragvon sucraM » 08.01.2012, 11:58

Hallo und Dankeschön für die Antworten. Das mit dem Brotbackofen werde ich bei Gelegenheit mit den restlichen Stangen ausprobieren. Benutze allerdings keinen Würth-Kleber mehr.
Viele Grüße,
Marcus

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Re: Qualität bei Schmelzklebern

Beitragvon Norddelle » 08.01.2012, 14:34

Ich muss dir an dieser Stelle leider widersprechen . Zur Vernetzung der einzelnen Komponenten ist Feuchtigkeit sogar zwingend notwendig. Nach dem auftragen reagiert Heisskleber mit der Luftfeuchtigkeit und vernetzt die Polymere. Das bedeutet im Klartext ohne Feuchtigkeit kein Heißkleber .ab 0,3 % tritt eine Sättigung ein und es wird keine Feuchtigkeit mehr aufgenommen .
Das Bild deutet darauf hin dass der Kleber einen sehr hohen Anteil an Hartz hat. Hartz ist weniger flexibel und bricht leicht. ein hoher Anteil an Harz ist oft dadurch zu erkennen dass der Schmelzkleber etwas stechend nach Essig oder Krankenhaus riecht. Das muss aber nicht zwingend die Ursache für den Abriss sein. Einige Lacke enthalten zusätzlichen Härter,der noch Jahre nach dem lackieren austreten kann und beim auftragen des Zugadapters vom Heisskleber aufgenommen wird. Durch den heißen Kleber wird der Lack erwärmt, es öffnen sich die Poren , und der Härter kann ungehindert in den Schmelzkleber übergehen. Hier reicht bereits eine Menge Mikrogramm Bereich um den Schmelzkleber Härter werden zu lassen.
Eine andere Ursache kann sein dass deine heisse Pistole zu lange gestanden hat und sich die einzelnen Komponenten in der Heitzpatrone getrennt haben. Hier gilt das Prinzip der Schwerkraft, leichte Sachen schwimmen obenauf schwere sinken nach unten . Das kannst du leicht umgehen indem du 3-5 mal den Kleber aus der Pistole prest . Eine andere Ursache kann sein das seine Pistole zu heiß wird ab einer gewissen Temperatur zerfallen bei einigen Komponenten die Molekülekette so das eine vernünftige Vernetzung nicht mehr möglich ist . Das Prinzip kennst du vom Kartoffeln kochen hier ist es nur umgekehrt. Beim Kochen werden die harten Bestandteile zerstört so dass die Kartoffeln weich wird. Vereinfacht gesagt, beim Schmelzkleber werden durch zu hohen Temperaturen die Weichen Bestandteile zerstört und übrig bleiben die Harten.Ich habe hier nur einige Dinge aufgezählt, die bei der Klebetechnik zu beachten sind. vielleicht kann ich das ganze anhand eines Beispiels verdeutlichen. Wasser, Mehl und Hitze ergeben ein hartes Fladenbrot füge ich noch Backpulver hinzu bekomme ich ein luftiges Fladenbrot. Lege ich den Teig auf ein Backblech so klebt er daran fest lege ich den Teig aber auf ein Backpapier so kann ich ihn nachher problemlos lösen.
Nach meinen Recherchen gibt es weltweit keinen einzigen Hersteller von Heißkleber der einen speziellen Kleber für Autolacke im Programm hat. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn wer außer uns klebt schon Gegenstände mit Heißkleber auf seinen Lack. Meine Anfrage bei einem Kölner Hersteller, wurde die folgt beantwortet.
Sie wollen Adapter auf ihr Auto kleben? Is dat für Karneval oder wollen sie mich verarschen?


Zur Frage:
Woher will dir das denn wissen?
ich war in meiner Jugend in einer Kunststofffirma beschäftigt und habe dort zwei Jahre den Bereich Verklebung von Kunststoffe geleitet.

Gruß
Norddelle

(Bitte nicht an den Fehler stören, ich habe diesen Text mit einer Spracherkennung erstellt)
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Re: Qualität bei Schmelzklebern

Beitragvon Norddelle » 08.01.2012, 15:07

Würth verkauft den gleichen Kleber .schwarz. Mal für dellenlifter und mal als Universal Kleber

http://www.wuerth-shop.at/eShop_ssh/pro ... ype=GLOBAL

http://www.wuerth-shop.at/eShop_ssh/pro ... ype=GLOBAL

Hier die Beschreibung .
Wenn ich mir die Daten zum schwarzen Kleber ganz rechts ansehe, muss ich schmunzeln. Der Kleber eignet sich für Kinder zum basteln.
(sucra, das ist wahrscheinlich der Kleber den du bekommen hast)

http://katalog.wuerth.at/mobile/index.php?page=20068_AT


Wenn ihr also das nächste mal lest Super und Spezial Kleber , denkt daran das eure Mütter und Frauen mit fast identischen Klebern ihre Weihnachtsgestecke basteln und das zu einm deutlich geringeren preis.
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Re: Qualität bei Schmelzklebern

Beitragvon sucraM » 08.01.2012, 16:58

@ Norddelle:
...Zur Frage:
Woher will dir das denn wissen?
ich war in meiner Jugend in einer Kunststofffirma beschäftigt und habe dort zwei Jahre den Bereich Verklebung von Kunststoffe geleitet...
...und in der Küche kennst du dich anscheinend auch sehr gut aus. Auch noch als Koch gearbeitet? :mrgreen:

Aber im Ernst: Sehr interessant und aufschlussreich was du da schreibst!
Viele Grüße,
Marcus

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Re: Qualität bei Schmelzklebern

Beitragvon tupenmann » 08.01.2012, 18:48

Danke Norddelle für deinen ausführlichen Erklärung!
Frage ist immer,was ist guten Kleber.
Durch die Jahre hinweg, habe ich Hunderte von Euronen ausgegeben für den " ultimativen" Kleber.Gibt es nicht wahrscheinlich.
Für den leichteren Hagelschäden,habe ich jetzt Rote Kleber von Heissklebepistolen.eu. Eur. 37,50 für 2 Kilo. Zieht nicht gigantisch,aber arbeitet sowohl im Winter als ach im Sommer, allerdings dauert es etwas länger bevor der ausgehärtet ist.Nachteil ist: hält nicht gut
an manchen Adapter sowie Keco.Zieht recht gut mit den länglichen,rechteckigen,GELBEN von z.b.Edelmann Solutions.Grosser Vorteil:geht ohne Lösungsmittel vom Lack ab! Denke an euere schmerzhafte Finger.
Wenn nichts mehr geht, dann gibts es den Irischen Schwarzen, zieht wie einem Bulldog.Nachteil ist : kannst nur ein oder zwei Adapter raufsetzen, und hoffen dass er nicht zu kalt wird, sonst musst du den Kleber aufheizen um ihm abzubekommen.Stinken tut er auch noch, aber kostet deswegen auch nur 15 Euro das Kilo.
Alternativ ist auch den gelblichen Transparente von Würth,aber hat auch einen Nachteil,du brauchts viel Lösemittel um im vom Lack zu bekommen.
Habt Ihr Alternativen? Ab damit hier ins Forum.
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Re: Qualität bei Schmelzklebern

Beitragvon Mr.Blechklopfer » 09.01.2012, 20:55

Hallo,

Ich benutze seit über 1 Jahr, den Kleber von diesem Shop. www-ausbeulwerkzeuge-shop-de
Hat gute Haftung und die Stangen (schwarz) sind viel länger als die von der Firma Würth.
(11x250 mm)
Link für den Kleber:
http://www.ebay.de/itm/40-Stangen-ATLAS ... 58903a5173

Kleber von der Firma Würth hat er auch im Programm, nur die Stangen haben eine länge von 180 mm.

Mit freundlichen Grüßen

PADER-BEULENDOKTOR
Home: http://www.pader-beulendoktor.de
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Re: Qualität bei Schmelzklebern

Beitragvon Ausbeuler » 17.01.2012, 00:47

Danke tupenmann, dass du deine Erfahrungen mit dem Kleber teilst.
Wo hollst du denn den irischen Schwarzen Kleber?
Ich suche noch einen Kleber der den Lack an seine Grenzen bringt.
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