Hallo zusammen...mittlerweile hat sich hier in den letzten Wochen ja einiges an Informationen niedergeschlagen, worüber ich mich freue und Euch Allen danke.
Insbesonder freut es mich, das sich auch "Interessenten" hier zu Wort melden...
adb hat geschrieben:hätte noch ein paar weitere fragen wenn's euch nicht nervt.
wie lange habt ihr eigentlich geübt, bevor ihr euch an kundschaft heran getraut habt?
ist es notwendig, an teilen verschiedener autohersteller zu üben?
gibt es unterschiede bei blechstärken etc.?
taugt das werkzeugset was vom dellenmüller, oder lieber bei dentcraft in den usa bestellen??
habe einen abgemeldeten 95'er mondeo vor der tür stehen, da kann ich mich richtig dran austoben.
grüße andi
Hi Andi..
aus meiner bisher 8 Wöchigen Erfahrung als "Newbi" in der Branche kann ich bis heute aktuell folgendes berichten:
Ich bin gelernter Karosseriebauer, habe folglich mit kapitaleren Dingen wie Dellen zu tun gehabt.
Natürlich auch mal mit Dellen und Beulen, die ich so entfernt habe, das der Lackierer nicht mehr viel vorarbeit leisten mußte.
Als sich dann die Möglich geboten hat, in den Beruf des Beulendoktors einzusteigen, habe ich es ohne zu zögern gemacht.
Aussenstehende Personen sagen immer.."Du wirst es bestimmt gut hinbekommen, Du hast ja mit Beulen usw. zu tun...".
Dazu muss ich sagen:Es ist egal was Du vorher gemacht hast, ob Du gelernter Bäcker bist o.ä.
Es kommt auf das Verständniss an welches man hat, mitbringt und weiter entwickeln muss, auf das Gefühl; was dabei eine große Rolle spielt...auf den Willen... und meiner Meinung nach auch auf das Herz.
Die Arbeit sollte spass machen und nicht nur o8/15.
Ich hab jeden Tag 9 Std. gedrückt, Montags bis Freitags.
Erst offene Dellen, lange Dellen, dann Dellen unter Doppelblech die mich wirklich fertig gemacht haben weil man sich auf die kurzen Handwerkzeuge umstellen muss... und Gefühl.. jaaa...viiieel

Und aktuell an den Türen.
Mittlerweile drücke ich die Woche komplett durch, ich träume von Dellen.
... ich hab schlechte Tage gehabt, an denen ich niemals daran gedacht habe, das alles keinen Sinn macht und hinwerfen sollte...
.... aber an diesen Tagen hat einfach nicht geklappt... gestern noch super Ergebnisse geliefert und heute, als ob einer zurückgespult hätte und auf Anfang drücken würde.
Das ist hart. Jeder hat ein anderes empfinden, selbstverständlich, aber aus meiner Sicht, der Sicht, auch wenn die Arbeit absolut super ist und man selbst denkt, beim nächsten mal kann ich noch diese und jenes anders machen...einfach 'noch' besser machen...
dann sag ich hier ganz offen... so eine Delle, die kann ein schon (am Anfang) ziemlich fertig machen.
Das ist für mich nicht leicht gewesen, oder besser gesagt, immer noch nicht leicht...weil man immer weiter und weiter dazu lernt.
Und das muss man auch annehmen. Da gibt es kein Rezept für.
Jede Delle die Du drückst bringt Dich nach vorne.. ob jetzt, oder in einem, zwei, drei usw. Jahren.
adb hat geschrieben:ist es notwendig, an teilen verschiedener autohersteller zu üben?
grüße andi
Notwendig nicht zwangsweise. Wenn Du das Prinzip kennst, es umsetzen kannst, dann weißt Du was zu tun ist, ob bei Deinem Ford, beim Toyota, Porsche usw.
Jedoch ist es selbstverständlich absolut hilfreich, auch mal andere Fabrikate zu drücken, um die Unterschiede zwischen den Herstellen, der Lacke usw. erfahren zu können.
Das eine Blech ist ein wenig weicher, das andere wie z.b. bei älteren Fahrzeugen, härter.
Das wirkt sich selbstverständlich auch auf die Ver/-bearbeitung aus.
Einen Schritt weiter sind dann die gravierenden Unterschiede der Materialien.
Immer öfters sind Beuteile wie teilweise einige Motorhauben bei BMW aus Aluminium, Hochfeste Bleche gibts es auch.
Da geht die Party dann richtig los.
Bei Aluminium legt man nochmal ein Brikett mehr auf den Ofen... so zumindest meine Erfahrung. Ruckzuck hast Du aus der Delle eine wunderbare Pizza gemacht, spitzen an spitzen zieren die vermeintliche Delle...was nicht grade ein Gewinn ist, ganz im Gegenteil ist einer Deiner Delle auf einmal eine (manchmal) unlösbare Baustelle geworden.
Aber auch dort heißt es... Machen..machen..machen.
Meine gesammte Erfahrung bis jetzt:
Bis vor kurzem hätte ich jeden, der mich fragt "Kannst Du mir mal eine Delle 'grade' wegdrücken, gesteinigt.
Jetzt habe ich das Selbstvertrauen, das ich offene und Doppelblech Dellen drücken würde.
Ich hoffe ich konnte Dir einen kleinen Einblick geben, Dir damit ein wenig behilflich sein und es hier so herüber bringen, das es nicht abschreckend wirkt.
Jeder der Interesse hat, sollte es Probieren... aber nicht jeder hat den Biss, die Schlechten Zeiten zu überstehen... und den Support umd aus 90% oder 95% dann 100% zu machen.
Erfahrung, obgleich es leicht aussieht wenn ein Beulendoktor in 2/3 minuten eine Delle entfernt, bekommt man nicht geschenkt, die muss man sich erarbeiten.
Letztenendes machst Du es "für Dich".
lg